Die "Steinerne Rinne" am Berg südlich Erasbach/Opf.

Einleitung


Steinerne Rinne S´ Erasbach/Opf.Zu den jüngsten geologischen Ablagerungen in der Frankenalb zählen die quartären Quell- und Bachkalke. Diese Quellkalke treten meist an den karbonatreichen Karstquellen an der Grenze Malm alpha/beta oder -- etwas seltener -- an der Grenze Dogger/Malm ("Ornatenton-Quellhorizont") auf. Durch CO2-Abgabe (infolge Druckentlastung, Wassererwärmung und CO2-Aufnahme von Pflanzen) wird aus den harten Quellwässern Kalk ausgeschieden.

Geomorphologisch gesehen bilden die Quellkalke meist buckelförmige Lager ("Gehängetuffe") in Nebentälern, Talfüllungen ("Bachtuffe") oder amphitheaterähnliche Talabschlüsse aus. Zu den auffälligsten, nur selten auftretenden und wohl auch merkwürdigsten Typen der Quellkalkvorkommen zählen die sogenannten Steinernen Rinnen: Hier fließen Karstbäche -- meist unmittelbar von ihrer Quelle ab -- inmitten natürlich entstandener, teils beachtlich hoher Travertindämme. Diese Kalkdämme wurden von den Karstbächen selbst geschaffen: Da dem an der Bachquelle austretenden kalkreichen Malmwasser das Kohlendioxid entzogen wird, fällt beständig beiderseits des Bachlaufes der im Wasser gelöste Kalk aus. So entstand zuerst ein kleiner Travertindamm, auf dem der kleine Bach floß. Im Laufe der Zeit wuchs -- aufgrund der beständigen Kalkausfällung aus dem Bachwasser -- der Damm immer mehr in die Höhe.


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* last Update: Montag, 23. Februar 2009 23:43