Die "Steinerne Rinne" am Berg südlich Erasbach/Opf.

Hydrogeologie des Bergstocks südlich Erasbach/Opf.


Die hydrogeologischen Verhältnisse am Erasbacher Berg

Im Quartär wurde in der Frankenalb mit dem Verschwinden des eiszeitlichen Dauerfrostbodens ein Aquifer- / Aquicludensystem ausgebildet. Dieser für das gesamte fränkische Schichtstufenland charakteristische vertikale Wechsel von Aquiferen und Aquicluden bedingte die Ausbildung von Grundwasserstockwerken.

Im Gebiet von Erasbach - Berching wirkt der dem Doggersandstein unterlagernde Opalinuston (Dogger alpha) in seiner Gesamtmächtigkeit wasserundurchlässig und stellt die Sohle des Dogger-Aquifers dar. Die Grenze Opalinuston/Doggersandstein tritt am Erasbacher Berg als sehr ergiebiger Quellhorizont in Erscheinung. Grundwasserleitend sind die gebankten und meist gut geklüfteten Eisensandsteine des Dogger beta; diese stellen für dieses Gebiet einen ausgezeichneten und wasserwirtschaftlich bedeutsamen Aquifer dar. Die Grundwasseroberfläche des Dogger-Grundwasserkörpers liegt im W-Teil des Erasbacher Berges auf 475 m NN und fällt bis zum Bereich des NE-Berghanges auf 430 m NN ab; die Grundwasserfließrichtung ist somit von W nach E gerichtet. Der im oberen Teil des Doggersandsteins anstehende Disciteston wirkt regional als weitere Aquiclude.

Grundwassergleichen d. Dogger- u. Malm-Aquifers am Erasbacher Berg

Die darüber folgenden Sandsteine des obersten Dogger beta sowie die Oolithkalke und Mergelkalke des Dogger gamma bis epsilon besitzen ebenfalls grundwasserleitende Eigenschaften; sie werden -- obwohl durch den Disciteston vom unteren Doggersandstein getrennt -- formal noch zum Dogger-Aquifer gezählt.

Hydrogeologisch bildet der Ornatenton des Dogger zeta zusammen mit den Kalkmergeln des Malm alpha die wichtige Aquiclude, die den Dogger-Grundwasserleiter im Liegenden vom überlagernden Malm-Karstaquifer hydrologisch trennt. Im Bereich dieser Dogger-Malm-Aquiclude tritt das Karstwasser in Quelltöpfen und -tümpeln aus. BÖGLI (1978) und LÜTTIG (1994) konnten aufzeigen, daß es (im Bereich des Seichten Karstes) in vielen dieser Quelltöpfe bereits im Präboreal und Boreal -- nach kurzen limnotelmatischen Phasen mit Torfmudden -- zum Aufwuchs von Bruchwaldtorf kam und im Atlantikum über diesen telmatischen Bildungen krenogene Kalkausfällungen abgelagert wurden. Diese waren durch die verstärkte biogene Tätigkeit und die Veränderungen des Kohlensäure-Gleichgewichts in den Karstquellwässern begünstigt worden. Hierbei wurde travertinöser Quellkalk, oftmals verzahnt mit Torflagen, abgesetzt. Nach dem Atlantikum und mit der aus dem Subboreal und Subatlantikum bekannten Klimaverschlechterung ging die krenogene Tätigkeit zurück.

Die Oxford-Kalke stellen innerhalb des Malm-Aquifers -- aufgrund ihrer starken Klüftung, ausgeprägten Bankung und der durch die Verkarstung geschaffenen Hohlraumsysteme -- einen sehr stark durchlässigen Grundwasserleiter mit hohem Speichervermögen dar. In seiner Gesamtheit bildet der Malm-Aquifer ein mächtiges, ergiebiges Karstwasser-Reservoir aus, welches aber aufgrund der karstspezifischen Oberflächenentwässerung und der damit potentiell verbundenen Möglichkeit zum Eintrag von Schadstoffen zunehmend gefährdet ist. In den höheren Malmeinheiten liegt ein weitreichendes, überwiegend zusammenhängendes Karstgrundwasser-Stockwerk vor. Hierbei sind einzelne Kluftscharen, welche den jeweiligen Haupt-Trennflächengefügen folgen, durch die Verkarstungsvorgänge zu teils beträchtlichen Gerinnen erweitert worden, durch die das Grundwasser -- dem hydraulischen Gefälle folgend -- v.a. im Gebiet des Seichten Karstes rasch zu den Quellen strömt.

Die Deckschichten des Malmkarstes werden am Erasbacher Berg überwiegend von geringmächtigen Alblehmen, Flugsanden und Dünen gebildet. Die Filterwirkung v.a. der sandigen Überdeckung muß aufgrund der hohen Durchlässigkeit als gering eingeschätzt werden; auch die Böden aus Alb- und Lößlehm sind als durchlässig zu bezeichnen (SCHMIDT-KALER 1981). Da das Niederschlagswasser rasch zur Versickerung kommt, erweist sich die Verkarstung in wasserwirtschaftlicher Hinsicht als sehr problematisch. Im Karstgrundwasser herrschen nicht wie bei Porenwasserleitern wohldefinierte Wasserwegsamkeiten, besteht also keine langsame Durchwanderung, sondern der unterirdische Abfluß findet in offenen Klüften, Gängen und Schlotten sehr rasch statt. Die weiträumigen Karstspalten begünstigen somit nicht nur den Zutritt des Wassers, sondern auch die mit dem Wasser transportierten, gelösten oder suspendierten Stoffe, welche schnell und ohne wirksame Filterung oft schon nach wenigen Tagen an Quellen wieder austreten können.


Weiter zur Page "Die Steinerne Rinne am Erasbacher Berg"

* last Update: Montag, 23. Februar 2009 23:56