Einflüsse der Tektonik auf Geomorphologie und Hydrogeochemie des Nürnberger Beckens

Die rezenten Talsysteme im Nürnberger Becken folgen bevorzugt dem tektonisch bedingten Trennflächengefüge und verlaufen hauptsächlich in erzgebirgischer und flachherzynischer Richtung.

Während im Stadtgebiet von Nürnberg das heutige Pegnitztal den Längs- und Querklüften des Nürnberger Sattels folgt, weicht der älteste, wohl altpleistozäne Lauf der Pegnitz vom begrabene Paläotal der Pegnitz erheblich ab. Diese durch die groben "Reichelsdorfer Schotter" gekennzeichnete Richtung der ältesten Pegnitz zweigte vom heutigen Pegnitztal zwischen Mögeldorf und Wörth nach Südwesten ab und verlief bis in die Gegend von Reichelsdorf.

Tektonisch gesehen wich diese älteste Pegnitz dem "Nürnberger Sattel" aus und folgte den Längsklüften der eingemuldeten Schichten. Der nächstjüngere Verlauf der Pegnitz läßt sich in einem heute begrabenen Talstück südlich der Nürnberger Altstadt verfolgen: Tektonisch besonders auffällig ist hierbei, daß die Richtung dieses markanten Paläotales nahezu exakt der Achse der "Fürther Mulde" folgt (BIRZER 1957).

Karte der bruchtektonischen Elemente und des Gewässernetzes im Nürnberger Becken Höhenkarte des Bezugshorizontes Lehrbergschichten-Blasensandstein im Nürnberger Becken

Für den Süd-Teil des Nürnberger Beckens hebt BERGER (1979) ebenso den starken Einfluß des zugrunde liegenden Trennflächengefüges auf die räumliche Verteilung der Grundwasserhöffigkeit hervor: Am Beispiel des Talverlaufs der Schwarzach weist er auf das Vermögen der Vorfluter hin, aufgrund der wasserwegsamen tektonischen Elemente die angeschnittenen Aquifere optimal entwässern zu können. Tektonik und Vorfluter summieren sich heute in ihrer positiven Auswirkung auf die Grundwasserergiebigkeit.

* Dr. A. Baier; last update: Mittwoch, 04. März 2009 23:43