Schlussbetrachtung und Dank

Am Beispiel der noch weitgehend naturnahen, mit gutem Grundwasseranschluß versehenen Fließgewässer Hembach und Höllenbach im Südlichen Nürnberger Reichswald läßt sich die immense Bedeutung der natürlichen Selbstreinigungskräfte gut beobachten.

Aufgrund ungünstiger hydrogeologischer Voraussetzungen -- wie dem Zustrom kohlenstoffreicher Wässer aus anmoorigen Gebieten oder dem Zufluß kohlensäurehaltiger Grundwässer mit ihrem hohem Lösungsvermögen gegenüber mineralischen Stoffen -- befinden sich diese beiden Fließgewässer jedoch in einem sehr labilen Zustand: Schon geringe Normabweichungen können für die hydrologischen und biologischen Vorgänge in den Wässern von ausschlaggebender Bedeutung sein.

So macht sich die landwirtschaftliche Nutzung im Oberflächenwasserchemismus -- infolge der natürlichen und künstlichen Düngung -- durch markante Erhöhung der Chlorit-, Sulfat- und Nitratgehalte im Gegensatz zu rein forstwirtschaftlich genutzten Gebieten bemerkbar. Die Stabilität des ökologischen Gleichgewichtes ist v.a. in der Sauerstoff-Übersättigung der Bachwässer begründet, welche ursächlich auf die unverbaute, d.h. noch weitgehend naturnah mäandrierende und durch kleinere Wasserfälle charakterisierte Gewässermorphologie zurückzuführen ist. Ein wasserwirtschaftlicher Ausbau würde diese beiden Fließgewässer irreversibel schädigen.

Abendstimmung im Hembachtal

Ein erst in jüngster Vergangenheit in seiner Brisanz erkanntes Problem ist die Belastung der -- auch zur Trinkwassergewinnung genutzten -- Burgsandstein-Grundwässer im Nürnberger Becken, welche aufgrund der hohen, geogenen Gehalte an aggressiver Kohlensäure erhöhte Urangehalte aufweisen. Zur weiteren Klärung und evtl. Lösung dieser Problematik sind künftige Spezialstudien dringend anzuraten.

Der Verfasser bedankt sich herzlich bei Herrn Prof. R. G. SCHWAB (Mineralogie Erlangen) sowie bei Herrn Forstdirektor Rolf KINZLER vom Bayerischen Forstamt Allersberg für ihre tatkräftige Unterstützung und wertvollen Hinweise. Weiterhin gilt mein Dank Frau Laborantin Martina DÖRR sowie Herrn Alex KOHL vom Geologischen Institut Erlangen für ihre Mithilfe bei den Untersuchungen. Für die Ermittlung der Spuren- und SE-Elemente der Bachwässer mittels ICP-MS danke ich Herrn Dr. Konstantin KRITSOTAKIS vom Institut für Geowissenschaften der Universität Mainz.

* Dr. A. Baier; last update: Donnerstag, 05. März 2009 00:08