- Geowissenschaften, Zoologie, Medizintechnik, historische Rechenanlagen, Siemens-Luftfahrttechnik -
c/o
Institut für Geologie und Mineralogie der Friedrich-Alexander-Universität
Erlangen-Nürnberg
Lehrstuhl für Angewandte Geologie, Schloßgarten 5, D-91054 Erlangen

Die Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg hat
in ihrer über 250 jährigen Geschichte bedeutende wissenschaftliche Sammlungen aufgebaut
und teilweise durch testamentarische Zuwendungen erweitern können. Diese Sammlungen waren
bis vor einigen Jahren in den jeweiligen Institutsgebäuden auch für die Öffentlichkeit
zugänglich. Platzmangel und Umwidmung von Institutsräumen führten dazu, daß viele
Sammlungen abgebaut wurden und derzeit nicht mehr verfügbar sind. Der
Förderverein
Wissenschaftsmuseum Erlangen e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, diese beeindruckenden
Sammlungen wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Anhand dieser Sammlungen soll das geplante Wissenschaftsmuseum in Erlangen auf lebendige Art und Weise die Entwicklung der einzelnen Fachgebiete aufzeigen - der Weg von den Sammlungen des Markgräflichen Kuriositätenkabinettes bis hin zur exakten Wissenschaft - mit besonderer Würdigung der Leistungen der regionalen / Erlanger Forscher und Gelehrten.
Grundstock des geplanten Wissenschaftsmuseums sollen zunächst die Sammlungen des Geologischen Institutes, des Paläontologischen Institutes und des Zoologischen Institutes sein. Eine schrittweise Erweiterung des Umfanges ist später geplant, so wird im nächsten Schritt an eine Einbeziehung der Computertechnik und der Medizintechnik (im Zusammenspiel mit der medizinischen Forschung) gedacht.
Gleichzeitig soll das Wissenschaftsmuseum auch als
Diskussionsforum
für die Erörterung von wissenschaftlichen Themen/Folgen wissenschaftlicher
Entwicklungen mit dem Bürger dienen, sowie für die Präsentation von
Forschungsergebnissen der Friedrich-Alexander-Universität genutzt werden.
Die
Knochen
des ersten in Deutschland gefundenen Dinosauriers gehören u.a. zu den
Exponaten des Geologischen
Institutes und des Paläontologischen Institutes, welche für eine Ausstellung im Rahmen eines Wissenschaftsmuseums
in Frage kommen. Dazu kommen noch Versteinerungen von Fischsauriern, eiszeitlichen
Säugetieren wie den
Höhlenbären
sowie weitere bemerkenswerte Mineralien- und Fossilienfunde und die
tragisch-berühmten
Lügensteine,
historische Dokumente von Johann Wolfgang von Goethe (als Naturforscher) und Alexander von
Humboldt. Abgerundet werden die Sammlungsbestände durch historische Gerätschaften der
Geologie.
Das Institut für Zoologie verfügt über eine vollständige Sammlung der heimischen Vogelarten und seltene, teilweise ausgestorbene Tierarten. Die Exponate der Zoologischen Sammlung ermöglichen einen Einblick in die intelligente Lösung von Problemen im Tierreich. Beispielhaft sei die Frage angesprochen, warum der Specht keine Kopfschmerzen bekommt, wenn er seine Baumhöhlen herstellt, oder "High-tech-Lösungen" in der Natur, die heute von der Technik zunehmend übernommen werden.
Für das zukünftige Wissenschaftsmuseum Erlangen gibt es auch Überlegungen, eine Abteilung über die Siemens-Luftfahrtgeschichte einzurichten. Gibt es denn so etwas? Ja, es ist nur kaum bekannt !
Siemens hat eine lange Luftfahrtgeschichte, in der Luftschiffe, bis zu 4-motorige Großflugzeuge, Flugmotoren (sogar die DoX flog 1929 mit 12 Siemens-Flugmotoren), Radaranlagen, Luftfahrtbordgeräte, Autopiloten (der Begriff ist übrigens ein Warenzeichen von Siemens !) und zahlreiche weitere Systeme neben den Flugplatzanlagen gebaut wurden -- ein fast vergessenes Kapitel der deutschen Luftfahrtgeschichte.
Einen ersten Überblick über den Flugzeugbau bei den damaligen Siemens-Schuckert-Werken und den Flugmotorenbau bei Siemens&Halske vermittelt die folgende Präsentation. Die Präsentation wurde erstellt von Herrn Dipl.-Ing. / Fluglehrer Joachim Kruth, 49406 Eydelstedt und für die Darstellung der Luftfahrtaktivitäten in einem zukünftigen Wissenschaftsmuseum Erlangen zur Verfügung gestellt.
Da es derzeit weltweit keine umfassenden Darstellungen der höchst verzweigten und vielfältigen Luftfahrtaktivitäten des Hauses Siemens gibt, bietet sich hierfür auch das zukünftige Wissenschaftsmusem Erlangen an -- zumal in diesen historischen Räumen des ehemaligen Medizintechnik-Werkes von Siemens in den Jahren 1939-1945 auch eine Fertigung der Siemens-Luftfahrtgeräte untergebracht war.
Darüber hinaus soll im geplanten Wissenschaftsmuseum Erlangen auch das Thema der historischen Entwicklung der Medizintechnik vor dem speziellen Hintergrund des Standortes Erlangen behandelt werden. Erlangen hat eine altehrwürdige Universität mit langer Tradition in der Medizinischen Forschung und Lehre -- ist aber auch ein über 100 jähriger Industriestandort für Medizintechnik.
Pionierarbeiten auf dem Gebiet der Röntgentechnik, die zu immer fortschrittlicheren Diagnose- und Therapieanlagen geführt haben -- eine Wechselwirkung zwischen den lokalen Herstellerfirmen und den Universitätskliniken. Der Entwicklungsweg ging von den ersten sog. kalten Ionenröhren -- noch für die Forschungsarbeiten von Konrad Röntgen -- bis hin zu den ersten strahlen- und hochspannungssicheren Röntgenanlagen. Eine über Jahrzehnte hierbei richtungsweisende Kleinanlage für die ärztliche Praxis war die berühmte Röntgenkugel. Die Verbesserung der Abbildungsqualität, Reduzierung der Strahlenbelastung für Patienten und medizinisches Personal sowie die Erweiterung der Diagnosemöglichkeiten bis hin zum Computertomographen kennzeichnen die Entwicklung der Röntgentechnik für Diagnosezwecke.
Der Standort Erlangen ist aber auch auf dem Gebiet der Strahlentherapie ein Pionierstandort gewesen. Die Wechselwirkung zwischen den strahlentherapeutischen Leistungen der Universitätsfrauenklinik und die Entwicklung des Betatron als leistungsfähige Therapieanlage ab Ende des Zweiten Weltkrieges sei hier beispielsweise hervorgehoben.
Aber auch wesentliche Arbeiten auf dem Gebiet der medizinischen Dentaltechnik -- wie z.B. die Entwicklung der zahnärztlichen Turbinenbohrer -- und Entwicklungen der Audiologischen Technik sind eng mit dem medizintechnischen Standort Erlangen verknüpft. Aber auch der erste implantierbare Herzschrittmacher der Welt entstand 1958 im Hause Siemens - bei der Landesgesellschaft Siemens Elema in Schweden (später Siemens Pacesetter, heute St. Jude Medical).
Durch die Schenkung der Siemens AG an die Stadt Erlangen sind die denkmalgeschützten, ehemaligen Siemens-Reiniger-Gebäude nunmehr als Örtlichkeit für ein zukünftiges Wissenschafts- und Kunstmuseum festgelegt worden. Gerade für den medizintechnischen Teil des geplanten Wissenschaftsmuseums ist dies ein besonderer Glücksfall -- werden dann doch die Exponate in den Gebäuden ausgestellt werden können, in denen sie teilweise vor über 80 Jahren erbaut wurden. Durch eine zukünftige enge, fachkompetente Verzahnung mit dem Archiv des Siemens-Bereiches Medizintechnik mit dem Wissenschaftsmuseum soll die Historischen Seite der Entwicklung der Medizintechnik in der Universitäts- und Siemensstadt Erlangen sichergestellt werden.
Fischsaurier und Meereskrokodile
einige Mineralien- und Fossilienfundstücke aus unserer Region



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"Angewandte Geologie Erlangen"
* Dr. Alfons Baier & Dipl. Ing. Volker Leiste; last update: Freitag, 15. Februar 2008 18:27