Das Karstgebiet südöstlich Neuhaus/Pegnitz:

Zur Genese des Trennflächengefüges


Als Klüfte werden alle Trennflächen bezeichnet, an denen die Gesteinskohäsion durch mechanische Beanspruchung teilweise oder ganz verloren gegangen ist. Klüfte treten i.d.R. nicht einzeln, sondern in Scharen von -- weitgehend zueinander parallel verlaufenden -- Klüften auf. Die verschiedenen Kluftrichtungen stehen normalerweise in bestimmten Winkelbeziehungen zueinander, wobei häufig rechte Winkel auftreten. In ungefalteten Schichten stehen die Klüfte außerdem meistens senkrecht zu den Schichtflächen.

Kluftarten

Generell können n. PRINZ (1991) drei Klufttypen unterschieden werden:

Schichtflächen nehmen im Trennflächengefüge eine gewisse Sonderstellung ein. Auf ihnen hat normalerweise keine nennenswerte (tektonisch bedingte) Bewegung stattgefunden. Jedoch sind sie aufgrund ihrer weiten Flächenerstreckung und ihrer meist glatten Ausbildung sehr wirksame Trennflächen, an denen die Reibungs- und Verbandsfestigkeit sehr stark verringert sein kann. Schichtflächen können sehr gute Wasserwegsamkeiten ausbilden.

An Störungen haben bruchhafte tektonische Verschiebungen in vertikaler und/oder horizontaler Richtung vom Zentimeter- bis Hektometer-Bereich stattgefunden. Bei größeren Verschiebungsdimensionen bestehen Störungszonen häufig aus mehreren Bewegungsbahnen, an denen das Gestein oft in Dezimeter- bis Meterbreite zu einem Gesteinsgrus (Mylonit) zerrieben worden ist. Störungs- und Mylonitzonen stellen im Karst oft sehr gute Wasserwegsamkeiten dar und bieten für die Verkarstung sehr gute Voraussetzungen.


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* Dr. Alfons Baier, last Update: Montag, 23. Februar 2009 22:50