Einführung

Am 26. September 2003 jährte sich zum 150. Mal der Gründungstag der Maxhütte: Geboren in den bescheidenen Verhältnissen im "Sauforst" bei Burglengenfeld (im heutigen Maxhütte-Haidhof), entwickelte sich hieraus ein bedeutsames Kapitel der bayerischen Industriegeschichte, welches konsequent auf der uralten Eisenerzgewinnung in dieser Region aufbaute. Heute existiert der Bergbau aber nurmehr in der Erinnerung; jedoch hat ihm diese bayerische Region außergewöhnlich viel zu verdanken, gründete sich hierauf doch -- über Jahrhunderte hinweg -- ein beachtlicher Wohlstand. Wirtschaftshistoriker haben deshalb den Begriff "Ruhrgebiet des Mittelalters" geprägt und nehmen hiermit Bezug auf die umfangreiche Rohstoffverarbeitung sowie die damit verbundene Bedeutung der primären mineralischen Rohstoffe in diesem Gebiet. Die Gewinnung von Eisenerzen förderte vom Mittelalter bis in die Neuzeit hauptsächlich die wirtschaftliche Entwicklung der Oberpfalz, wobei vor allem der Großraum Sulzbach/Rosenberg - Amberg wegen seiner reichen Erzvorkommen eine führende Rolle im Montanwesen einnahm.

topographisches Blockbild Sulzbach/Rosenberg-Amberg

Nach unzähligen wirtschaftlichen Krisen kam die Oberpfälzer Eisenerzgewinnung in den letzten Jahrzehnten völlig zum Erliegen. Heute ziehen die Erinnerungen an den jahrhundertealten Bergbau, die ehemaligen Hütten- und Hammerwerke und die interessanten, teilweise außergewöhnlichen geologischen Verhältnisse immer mehr Besucher in ihren Bann. So hat in der Oberpfalz statt des Erzabbaus der Tourismus einen neuen Erwerbszweig ermöglicht: Wo die Landschaft einst von fleißigen, jedoch ausgemergelten und von der harten Arbeit gezeichneten Bergleuten geprägt war, erholen sich heute Urlauber. Dies soll Anlaß sein, die erd- und montangeschichtlichen Gegebenheiten im Kern des "mittelalterlichen Ruhrgebiets" einer näheren Betrachtung zu unterziehen.

Karstlandschaft bei Aicha/Opf.


* Dr. A. Baier; last update: Dienstag, 24. Februar 2009 01:07