Die Trias

Auch in der Trias hielt die Senkungstendenz des nordbayerischen Raumes an. Langanhaltende epirogene Bewegungen bedingten die wechselnde Ablagerung teils mächtiger mariner, brackisch-limnischer und kontinentaler Sedimente im Oberpfälzer Gebiet. Die namensgebende Dreiteilung der Trias in Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper wird durch die unterschiedliche Entstehungsweise bedingt. Während Buntsandstein und Keuper überwiegend terrestrischer Entstehung sind (allerdings mit zahlreichen marinen Einschaltungen), ist der dazwischenliegende Muschelkalk brackisch-marin ausgebildet. Die tieferen Schichten der Trias sind im Sulzbach-Amberger Raum allerdings nirgends aufgeschlossen und nur aus benachbarten Tiefbohrungen bekannt (GUDDEN & TREIBS 1961, 1964, HAUNSCHILD 1980).

Zu Beginn des Buntsandsteins (-250 Mio. a), konnte sich der Südrand des Germanischen Beckens bis in das Gebiet von Kallmünz - Bruck/Opf. - Wackersdorf ausweiten. In dieses Becken wurden unter warmen und trockenen Klimabedingungen grobe Sande, Gerölle und rote Tone abgelagert.

Paläogeographie Buntsandstein

Im folgenden Muschelkalk (-245 Mio. a) verlief der Südrand des Germanischen Beckens ähnlich wie im Buntsandstein. Im heutigen Oberpfälzer Raum wurden -- im Randbereich des Beckens -- etwa 50 bis 150 Meter mächtige Sande abgelagert. Diese heutigen Sandsteine sind (bedingt durch die geographische Nähe zum eigentlichen Muschelkalkmeer) teilweise karbonatisch gebunden (KAULICH et al. 2000).

Paläogeographie Muschelkalk

Im Keuper (-235 Mio. a), weitete sich das Germanische Becken stark nach Süden aus. Im Oberpfälzer Raum wurden überwiegend Sande mit Tonzwischenlagen sedimentiert. Dieser Sandsteinkeuper zeigt einen Wechsel von oft grobkörnigen Sandsteinbänken und bunten Lettenhorizonten.

Paläogeographie Keuper

Im Raum von Sulzbach/Rosenberg-Amberg bildet der im Kern des "Hahnbacher Sattels" anstehende Blasensandstein -- als unteres Schichtglied des Sandsteinkeupers -- das älteste an der Erdoberfläche ausstreichende Gestein. Dieses vor rund 225 Mio. Jahren abgelagerte Schichtpaket wird überwiegend aus relativ weichen, rotbraunen bis weißgrauen, fein- bis grobkörnigen Sandsteinen mit zwischengeschalteten rotvioletten Lettenlagen aufgebaut.

Über dem so genannten Dachletten des Blasensandsteins setzt der Coburger Sandstein mit harten, karbonatischen Sandsteinen ein: Diese wurden im Sulzbach/Rosenberger Raum früher als Bausteine und zur Wegepflasterung abgebaut. Insgesamt erreichen die beiden Schichtpakete eine Gesamtmächtigkeit von über 35 Meter (GUDDEN & TREIBS 1961, 1964).

Im Hangenden des Coburger Sandsteins steht die bis 100 Meter mächtige Folge der Burgsandsteine an; diese nehmen den größten Flächenanteil der "Hahnbacher Senke" ein. Stratigraphisch werden die im Zeitraum vor -215 bis -205 Mio. Jahre sedimentierten Burgsandsteine mit Hilfe von markanten Tonlagen ("Basisletten") in den Oberen, Mittleren und Unteren Burgsandstein untergliedert. Die Sandsteine sind meist gut gebankt sowie weitständig geklüftet und weisen ein relativ großes Wasserspeichervermögen auf; lediglich im Raum Amberg führen die Burgsandsteine aufgrund ihres tonigen Bindemittels relativ wenig Wasser (TILLMANN et al. 1963). Generell stellen die Schichten aller drei Burgsandsteinkomplexe weiträumige Aquifere dar, wobei die Basisletten die jeweilige Grundwassersohlschicht des entsprechenden Grundwasserleiters bilden. In Gebieten, in welchen diese Basisletten an der Erdoberfläche flächig ausstreichen, bedingen deren wasserstauende Eigenschaften das Auftreten von Quellaustritten, ausgedehnten Vernässungszonen und anmoorigen Böden. Auf den Burgsandsteinen breiten sich meist Felder aus; teilweise sind sie auch mit mageren, artenarmen Kiefernwald bestanden.

Geologische Karte des Raumes Sulzbach/Rosenberg-Amberg

Im Hangenden der Burgsandsteine folgt die markante Abfolge der Feuerletten (-205 Mio. a); sie umrahmen mit flach ansteigenden Hänge die "Hahnbacher Senke". Die Feuerletten sind meist mit Kiefernwald bestanden und werden nur selten als Wiesenland genutzt; feuchtigkeitsliebende Pflanzen wie Pfeifengras, Sumpfkratzdistel und Kleiner Baldrian sind für die Letten charakteristisch. Die Mächtigkeit der Feuerletten beträgt im Sulzbach-Amberger Gebiet etwa 50 Meter. Petrographisch bestehen sie fast ausschließlich aus dunkelroten, teils feinsandigen Tonen und Tonmergeln. Den Tonen zwischengeschaltet sind harte, karbonatische Arkose- und Konglomeratbänke.

Hydrogeologisch betrachtet stellen die Feuerletten die Grundwasser-Deckschicht der unterlagernden Burgsandsteine und gleichzeitig die Grundwassersohle der auflagernden Rhätsandsteine dar. Bei flächigem Austreichen wirken die Letten als ausgeprägte Wasserstauer. So entspringen an ihrer Obergrenze oft stärkere, teils ergiebige Quellen. Auch aus den in den Lettenschichten eingeschalteten Konglomeratbänken treten schwach schüttende Quellen aus. Oft bilden die Feuerletten intensiv rote Böden, die (je nach Witterung) plastisch-schmierig oder von zahlreichen Trockenrissen durchzogen sind.

Die höchste Keuperstufe wird von den Rhätolias-Übergangsschichten aufgebaut. Diese vor rund 200 Mio. Jahren abgelagerten, bis 30 Meter mächtigen Sedimente setzen sich aus Wechsellagen von rotvioletten Tonen mit Pflanzenresten und hellbraunen Sandsteinen zusammen (GUDDEN & TREIBS 1961, 1964). In ihrer Gesamtheit bilden sie eine steile Schichtstufe über den Feuerletten. Die Rhätsandsteine besitzen ähnlich gute grundwasserleitende Eigenschaften wie die Burgsandsteine und ebenso wie diese sind sie häufig mit dürren Kiefernwäldern mit Schwarz- und Heidelbeeren sowie Heidekraut bestanden. Stratigraphisch kann das Rhät nur unter Schwierigkeiten von den Basisschichten des darüber liegenden Lias getrennt werden; aus diesem Grunde werden beide häufig als "Rhätolias" zusammengefasst.


* Dr. A. Baier; last update: Dienstag, 24. Februar 2009 01:02