Die Verkarstung

Seit Beginn der Kreidezeit unterliegen die Weißjuragesteine der Verkarstung. Hierunter versteht man die Auflösung vor allem von Kalk- und Dolomitgesteinen (aber auch Stein- und Kalisalzen, Anhydriten, Gipsen sowie des kalkreichen Löß) durch das mit (aus der Luft und aus dem Oberboden stammende) Kohlendioxid angereicherte Niederschlagswasser.

Karstlandschaft bei Neukirchen/Opf.

Karbonatgesteine wie Kalke und Dolomite sind von Natur aus zwar weitgehend wasserundurchlässig; bereits bei geringen tektonischen Belastungen bilden sich jedoch in diesen relativ harten, aber spröden Gesteinen feine Haarrisse, Klüfte und Störungsflächen aus. In diese Trennflächen kann das Niederschlagswasser eindringen; im Winter kommt es dann nicht selten zur Erweiterung dieser Trennflächengefüge durch Frostsprengung, so daß das Niederschlagswasser immer tiefer in den Gesteinskörper einsickern kann.

Karstlandschaft bei Neukirchen/Opf.

Dieses mit Kohlendioxid angereicherte Niederschlagswasser vermag Kalk- und Dolomitgesteine aufzulösen. Das bei dieser chemischen Reaktion entstehende Kalziumhydrogenkarbonat ist wasserlöslich; es wird durch die Niederschlagswässer ausgespült und schließlich mit dem Wasser zum geringen Teil oberirdisch, in der Hauptsache aber unterirdisch abgeführt. Jedes Karbonatgestein enthält jedoch auch unlösliche Bestandteile, die bei der Lösung als Rückstände übrigbleiben. Sie können an der Erdoberfläche allmählich angereichert werden und bilden dann meist eine lehmige Decke. Bei einer solchen Lehmüberdeckung der Gesteine spricht man vom "bedeckten" Karst, im Gegensatz zum "nackten" Karst, bei welchem das Gestein offen zutage liegt.


* Dr. A. Baier; last update: Dienstag, 24. Februar 2009 01:17